Zu dem Stichwort Körperpositionen ließe sich sicherlich einiges schreiben, präziser formuliert soll es hier aber gehen um: "männliche und weibliche Körperpositionen". Der Begriff Positionen legt schon nahe, dass es diesmal weniger um Bewegung gehen soll, als vielmehr um die nach einer Bewegung zu erreichenden (End-)Positionen.
Wer sich ein Paar auf der Fläche ansieht, kann im Regelfall davon ausgehen, dass es sich dabei um einen Mann und eine Frau handelt. Für den Turniersport Discofox ist das sogar zwingend vorgeschrieben.
Nun könnte man sich lange darüber unterhalten, dass bei den Discofox-Turniertänzern inzwischen oftmals die Herren- von der Damenkleidung nur noch marginal zu unterscheiden ist und hohe Schuhe vielen Damen offensichtlich zu hoch wurden. Da diese Aspekte aber wenig bis gar nichts mit bewertbarem Tanzen zu tun haben, sollen sie an dieser Stelle einmal außen vor bleiben. Es soll einzig und allein gehen um das Erreichen bestimmter Körperpositionen, die mehr oder weniger automatisch mit einem bestimmten Geschlecht verknüpft werden.
Zur Veranschaulichung sind nachfolgend einige besonders eindeutige Beispiele aufgeführt:








Natürlich unterliegen Männer- und Frauenbilder dem historisch-gesellschaftlichen Wandel.
Natürlich ist vieles Geschmacksache und der Mode unterworfen. Dennoch ist die Auswahl der Bilder
oben nicht ganz zufällig:
Es sind bewusst Männer und Frauen aus verschiedenen Jahrzehnten ausgesucht und es sind auch bewusst
nicht ausschließlich Tänzer abgebildet, sondern auch Models, Schauspieler und ein Torero.
Sie alle haben gemeinsam, dass sie versuchen, einen möglichst intensiven Eindruck von Männlichkeit bzw.
Weiblichkeit beim Zuschauer zu hinterlassen. Und ob man solche klischeehaften Selbstdarstellungen nun
mag oder nicht, es gelingt ihnen auf eine ganz subtile Weise:
Bereits mit dem ersten Blick auf die Bilder ist klar, wo die Frauen stehen und wo die Männer. Trotz
bewusst klein gewählten Darstellungen mit wenigen Farben und fast unkenntlichen Gesichtszügen muss
niemand mehr auf Körperbau oder Kleidung schauen ... die Körperpositionen sprechen für sich. Sie
unterscheiden für jeden sofort ersichtlich die Frauen von den Männern.
Wenn es aber auch in unseren aufgeklärten Tagen noch solche Mechanismen im Gehirn des Zuschauers gibt, dann sollten die Tänzer und Tänzerinnen das doch auch nutzen! Gerade höherklassige Paare könnten sich zu solchen Gelegenheiten erinnern, dass insbesondere die fast schon verpönte Grundschrittvariation Schritt, Schritt, Tap hervorragende Möglichkeiten bietet, Zuschauern und Wertungsrichtern solche Körperpositionen anzubieten. Posieren ohne (die je nach Klasse limitierten) Posen und ohne viel Aufwand Paartanzen als Mann und Frau demonstrieren!