Variantionen

Da die große Überschrift dieses Kapitels noch immer "Rhythmus" ist, soll es hier um rhythmische Variationen gehen. Wieder schauen wir zunächst ins »Reglement des TAF und stellen fest, dass sich dort im laufe der Zeit einiges getan hat.

D-Klasse: Es dürfen nur Figuren getanzt werden, die sich innerhalb des Grundrhythmus' 1, 2, 3 von 3 aufeinander folgenden vollständigen Taktschlägen bewegen. D.h. Figuren, die mehr Taktzeiten benötigen, sind nicht zugelassen.
Der Grundschritt 1, 2, Tap, bzw. 1, 2, & 3 und verwandte Formen, müssen durchgängig sichtbar sein. Pausen, Stopps oder ähnliches sind nicht erlaubt.
[TAF-Reglement Stand I/2005]

Zum Vergleich:

[...] D.h. Figuren, die mehr Taktzeiten benötigen, bzw. nicht durch drei teilbar sind, sind nicht zugelassen.
[TAF-Reglement Stand 6/2002]

Ich gebe zu: dieser Absatz hat mich schon immer etwas verwirrt!

Was sind Figuren, die nicht durch drei teilbar sind? Und sollen sich alle D- und C-Klasse-Tänzer wirklich ausschließlich im 1, 2, 3 -Rhythmus bewegen, obwohl das Reglement an anderer Stelle ausdrücklich auch 1, 2 & 3 -Rhythmen für den Grundschritt vorsieht?
Gemeint war wohl - zumindest nach der alten Regelfassung - dass Figuren der unteren Turnierklassen ein Länge von "x mal 3" Taktzeiten haben müssen (Liebe Mathematiker: x ist eine ganze Zahl größer null).

In der neuen Fassung fehlt aber ganz auffällig die "Teilbarkeitsklausel". Sollen die Tanzpaare der unteren Klassen jetzt ernsthaft nur noch Figuren tanzen, die nach drei Taktschlägen beendet sind? Eine andere Lesart lässt die neue Fassung (gerade im Vergleich zur alten Version) aus meiner Sicht nicht zu. Mit der Folge, dass beispielsweise "Körbcheneingang, zweimal Drehen umeinander, Körbchenausgang und wieder (wie auch immer) zueinander" mindestens fünf (!) getrennt zu betrachtende Figuren wären ... oder nicht mehr erlaubt!
Da bleibt aus meiner Sicht durchaus noch Gesprächspotenzial.

Da der oben zitierte Abschnitt aber explizit für die D-Klasse (und bedingt für die C-Klasse) gilt, heißt das im Umkehrschluss, dass die dort festgeschriebenen Einschränkungen für die B-, A- und S-Klasse nicht gelten. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die sehr knapp geratenen Ausführungen zum Thema Rhythmus für die oberen Klassen eigentlich so gut wie gar nichts ausschließen. Weder wild synkopierte Rhythmus-Variationen noch Schrittkombinationen mit weniger als drei Schritten oder Gewichtsverlagerungen. Sowohl 1 & 2 & 3 als auch 1 ... (Pause) ... 3 sind demnach erlaubt. Das ergänzt sich wunderbar mit der bereits aus dem discofoxeigenen Takt-Rhythmus-Verhältnis abgeleiteten freien rhythmischen Gestaltbarkeit des Discofox' (vgl. »Takt & Rhythmus).

So deutlich formulierte es früher auch das IDO-Reglement:
walking steps and weight transference may be made on each beat or between beats as syncopation. bzw. weight changes may also be replaced with a point one or more held beats, or a hesitation, close, forward.
Die »neue Version des IDO-Reglements stellt etwas nüchterner und aus meiner Sicht weniger schön fest: Any combination of those counts, like 1& 2& 3 are allowed as variations of the basic step.

Da für nationale Turniere aber zunächst einmal die TAF-Regeln gelten, lässt sich festhalten, dass rhythmische Variationen jeglicher Art zunächst einmal erlaubt sind, weil sie nicht verboten sind. Das schließt aus meiner Sicht auch Variationen ein, die eine gänzlich andere "Phrasierung" haben, also z.B. Figuren oder Schrittkombinationen mit einem Rhythmus 1, 2, 3, 4.

Zu bedenken bleibt lediglich, das der einleitende Absatz der TAF-Regeln für den Discofox den Grundrhythmus als 1, 2, 3 festlegt und das heißt für mich, dass auf die Länge des Tanzvortrages gesehen, dieser mindestens geprägt sein sollte von einer 3er-Phrasierung ... ich spreche bewusst nicht von einem 1, 2, 3 -Rhythmus!